JOANNA SCHULTE
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WIR SIND WAS WIR WAREN

Mixed Media | 2016 | Hermannshof Völksen

Zwei Videoprojektionen im Außenraum
Musikvideo: Lückenverzäuner, DV, 2015, Quadra Pong 2.0, 5.30 min
Filmstill: Rot und Wald, 2016, Loop
Klebebuchstaben (Das Stück ist erst zu Ende wenn der Vorhang fällt), Wandfarbe,
Samtvorhang mit Klang, 4,50 Meter breit und 2.45 hoch,
Goodbye to romance von Quadra Pong 2.0 erklingt hinter dem Vorhang in den Raum hinein,
Quadra Pong 2.0 ist eine Kooperation mit dem Musiker Leif Geschke.

Barometer, Diabetrachter mit Dia ( Rot und Wald),
Fotografie aus der Serie: Das Hause am Bach, 2015/16, 85 cm x 56 cm kaschiert auf MDF,
Musikanlage, Diskokugel, Tonabnehmer, Singel: Give me your love von Frank Duval, 2013/2016
Der Plattenspielerarm ist so manipuliert, dass die Nadel in einer Rille bleibt und so einen Loop spielt.

Die Verklärung des Gewöhnlichen

Textauszug aus dem Katalog WIR SIND WAS WIR WAREN, 2016
von Kristina Tieke

"Der amerikanische Kunstkritiker Arthur C. Danto veröffentlichte 1981 eine umfassende Philosophie der Kunst unter dem Titel „Die Verklärung des Gewöhnlichen“. Den Titel hatte er übernommen. Er stammt aus einem Roman der Schriftstellerin Muriel Spark, in dem eine ihrer Heldinnen, Ordensschwester Helena, ein Buch veröffentlicht mit eben jenem Titel „Die Verklärung des Gewöhnlichen“. „Das war“, bekannte Arthur C. Danto in seinem Vorwort, „ein Buchtitel, den ich bewunderte und selbst gern verwandt hätte“. Als er schließlich dafür Verwendung fand, richtete er einen Brief an Muriel Spark, um zu erfahren, was denn wohl der Inhalt dieses fiktiven Buches gewesen sein mochte, von dem im Roman ansonsten nicht weiter die Rede war. „Zu meinem Entzücken“, schreibt Danto weiter, „antwortete sie mir, sein Thema würde die Kunst gewesen sein, wie sie selbst sie praktiziere. Die Praxis, nehme ich an, bestand darin, gewöhnliche junge Frauen in Geschöpfe der Fiktion zu verwandeln, von denen eine geheimnisvolle Ausstrahlung ausgeht ...“

In vielfacher Hinsicht scheint „Die Verklärung des Gewöhnlichen“ als Losung geeignet zu sein, um sich Joanna Schultes Kunst zu nähern. Auch weil auf ihre Arbeiten die von Danto beschriebene Praxis zutrifft, die eben genau darin besteht, eine gewöhnliche junge Frau in ein Geschöpf der Fiktion zu verwandeln, von dem eine geheimnisvolle Ausstrahlung ausgeht. Joanna Schultes Werken ist immer eine autobiografische Geste eigen, eine persönliche Verstrickung, die sich etwa darin zeigt, dass die Künstlerin sich selbst ins Bild setzt: als schemenhafte Gestalt, als Selbstinszenierung, als Identifikationsfigur. Und auch dort, wo sie nicht leibhaftig in Erscheinung tritt, ist ihre Einlassung mit Materialien, Fundstücken, Fotografie, Film und Musik ein intimer Akt, der mit der eigenen Geschichte zu tun hat. Das Wesen der Dinge in ihrem Kunstkosmos ist reich an Vergangenheit und schon deshalb in der Gegenwart von magischer Natur. Man muss nicht wissen, woher genau die Dinge stammen, man spürt ihren Wert und ihre Bedeutung. ...."

 


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